Stellung der Älteren im Berufsleben deutlich verbessert

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen betonte im Gespräch mit der Wirtschaftswoche, dass sich die Stellung der Älteren im Berufsleben deutlich verbessert habe, es aber noch viel zu tun gebe, das Bild der Älteren in der Wirtschaft zu ändern. 

"Es ist ja bewiesen, dass Beschäftigung jung und beweglich hält - nicht nur im Kopf", so von der Leyen. Unternehmen profitierten von der Erfahrung und dem Wissen der älteren Arbeitnehmer und könnten aufgrund des demographischen Wandels nicht auf sie verzichten.

"Alle Selbstständige sollten im Grundsatz eine Pflicht zur Altersvorsorge haben"


Die Bundesregierung habe die Fehlanreize, Beschäftige über 50 aus dem Arbeitsleben zu drängen, beispielsweise mit der Altersteilzeit, korrigiert. Der demografische Wandel führe dazu, dass nicht genug Junge Arbeitnehmer vorhanden seien. Von der Leyen: "Die Belegschaften altern. Damit steigen die Neugier und der Druck für die Betriebe, die Qualitäten der älteren Beschäftigten neu zu entdecken."

Arbeitgeber seien in der Pflicht, den demographischen Wandel nicht nur zu erkennen, sondern auch in ihren Betrieben umzusetzen. Es dürfe beispielsweise nicht sein, dass Weiterbildungsmaßnahmen bei 50-jährigen schlagartig abbrechen. "Außerdem müssen wir in jenen Berufen, die körperlich anstrengen, mehr auf kräfteschonende Verfahren setzen. Vor allem brauchen wir mehr Prävention psychischer Erkrankungen, die durch den Wandel der Arbeitswelt enorm zunehmen. Sie sind inzwischen der häufigste Grund für die Erwerbsminderungsrente. Viele 40-Jährige steigen heute aus dem Arbeitsleben aus, weil sie ausgebrannt sind", so die Sozialministerin.


Bei der Rente werde man weiter auf die finanzielle Balance achten. Es sei klar, dass die nachkommende Generation viel arbeiten müsse, um die Generation ihrer Eltern im Alter gut zu versorgen. Zudem müssten die Älteren länger arbeiten. Die Rente mit 67, in die dieses Jahr eingestiegen wurde, sei der richtige Schritt. Für die Rente sei es zudem unabdingbar, dass es auch weiterhin viele Kinder in unserem Land gebe. Die Ministerin: "Ich plädiere bei unserer schrumpfenden Gesellschaft dafür, die Lebensleistung aus Erwerbsarbeit, Pflege und Kindern in den Blick zu nehmen."


Von der Leyen betonte, Selbstständige in Zukunft mehr in die Pflicht nehmen zu wollen: "Alle Selbstständige sollten im Grundsatz eine Pflicht zur Altersvorsorge haben, weil sonst das Risiko bei der Gemeinschaft liegt, die Grundsicherung zahlt, wenn am Ende das Geld nicht reicht." Dies heiße nicht, dass Selbstständige in Zukunft auch in die Rentenkassen einzahlen müssten, es müsse eine Wahlmöglichkeit geben. "Die Altersvorsorge für Selbstständige muss auskömmlich, nachhaltig und pfändungssicher sein", so von der Leyen weiter.

 

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